SK Slavia Praha – FK Teplice 3:0

Fortuna Arena, 18.498 Zuschauer

Um den Fan-Schnitt bei dieser Tour doch noch etwas zu erhöhen, besuche ich am Abend einen Klub und ein Stadion, das ich 2012 schon einmal besucht habe. Und der Abstecher ins „Eden“ sollte sich auch voll auszahlen, zeigt der Abend doch, wie positiv sich die tschechische Liga in den letzten Jahren entwickelt hat. Auch wenn dies mit einem Ausverkauf einhergeht.

Ein frühabendlicher Spaziergang bei immer noch sehr hohen Temperaturen führt mich zuvor durch die Bezirke Zizkov und Vinohrady. Dabei komme ich auch beim durchaus spektakulären Prager Fernsehturm vorbei. Die tschechische Hauptstadt ist ganz einfach auch abseits der abgetrampelten Touristenpfade ein wahrer Hingucker.

Als „ewigen Zweiten“ hatte ich das 1892 von tschechischen Studenten gegründete Slavia 2012 noch bezeichnet. Und damals stimmte das auch noch durchaus. Seitdem wurde der Verein 2016 vom chinesischen Konglomerat CEFC China Energy geschluckt und 2018 an die ebenfalls chinesische CITIC Group weitergereicht. Mit einher ging auch sportlicher Erfolg, fünf Mal konnte der Klub seither den Meistertitel in die Höhe stemmen. Zum Vergleich: Bis 2012 hatte man für die gleiche Anzahl beinahe 80 Jahre gebraucht!

Der Aufschwung zieht bekanntlich auch die Massen an. War mein Spiel vor 13 Jahren noch – höflich ausgedrückt – spärlich besucht, so ist die heutige Partie gegen den nicht gerade als großen Bringer zu bezeichnenden FK Teplice beinahe ausverkauft. Wenigstens haben die Fans auch durchaus ihre bereits damals beobachtete Kreativität beibehalten. Und mit einer nun erweiterten Basis, schauen die zahlreichen Choreos dann doch auch noch gleich besser aus. Der wirkliche Höhepunkt kommt aber ziemlich gegen Ende, als die Fankurve mit nackten Oberkörpern den alten Namen des Stadions in die Ränge „schreibt“ – und diesen wenige Minuten später dann auch noch spiegelt, also nackt und angezogen wechselt.

Belohnt werden die kreativen Verrenkungen des Anhangs auch von den Akteuren auf dem Rasen: Etwas glücklich geht Slavia noch in der ersten Hälfte in Führung, hat das Spiel dann aber sehr souverän in der Hand. „Nur“ zwei weitere Tore sind aufgrund einer Roten Karte für die Gäste am Ende sogar noch etwas wenig. 

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