Dantestadion, 524 Zuschauer
Türkgücü München kann man mit Sicherheit nicht nachsagen, dass sie der wirtschaftlich oder sportlich stabilste Fußballverein aus der bayrischen Hauptstadt sind. Auch beim Zuschauerinteresse sind sie nicht automatisch ganz vorne dabei. Aber bei einem liefern sie wirklich sehr zuverlässig ab: Durch die Auswahl ihrer Spielstätten eröffnen sie Groundhopping-Begeisternden regelmäßig wahre Stadionperlen.
Auf dem Weg zum frühnachmittäglichen Spiel wurde noch ein kurzer Abstecher zum Schloss Nymphenburg, von 1715 bis 1918 Sommerresidenz der Wittelsbacher, gemacht. Sowohl die Front des Prunkbaus als auch der Park wirken auf den ersten Eindruck dabei imposanter als etwa Schloss Schönbrunn – was nach den danach recherchierten Zahlen allerdings nur etwa die halbe Wahrheit ist.
Die Länge des Gebäudes übertrifft zwar sogar noch jene des Schlosses Versailles, bei den Ausdehnungen des Parkgeländes steht das Wiener Pendant aber nicht wirklich um viel nach. Hier mag wohl die Tatsache täuschen, dass es in Nymphenburg keine Erhöhungen gibt.






Drei Jahre nachdem Türkgücü erfreulicherweise für kurze Zeit das Olympiastadion bespielte, hat sich der Verein nun also entschlossen, in dieser Saison ab und an in seine frühere langjährige Heimstätte zurückzukehren. Das Dantestadion wurde 1928 als geplantes „Großstadion“ mit einer damaligen Kapazität von 32.000 Zuschauern errichtet. Ab seiner Gründung 1975 trug der Vorgängerverein des heutigen Türkgücü hier viele Spiele aus, unter anderem auch Derbys gegen 1860 München vor über 12.000 Zuschauern. Spätestens ab 2006 regierten im „Dante“ aber fast ausschließlich amerikanische Sportarten, Fußballmatches wurden de facto keine mehr hier ausgetragen.
Das heutige Spiel ist bereits das zweite an der alten Wirkungsstätte in dieser Saison, und auch diesmal werden durch die Ansetzung viele Groundhopper und Groundhopperinnen angezogen. Diese sind meiner Meinung nach gegenüber den kleinen, aber feinen Stimmungsblöcken der beiden Vereine sogar ziemlich eindeutig in der Überzahl – ohne einen stichhaltigen Beweis dafür zu haben. Dem Stadioncatering beschert dieser Umstand heute jedenfalls sicher ganz gute Zusatzeinnahmen, denn die Schlangen vor dem Versorgungszelt sind fast durchgängig sehr, sehr lang.

























