Stadion am Brentanobad, 3.410 Zuschauer
Zum Abschluss der Tour rund um Frankfurt verbrachte ich dann doch noch einen Tag in der Stadt selbst, um am Abend dann den sechsfachen Abschied bei der Frauenmannschaft der Eintracht Frankfurt mitzuverfolgen – inklusive Qualifikation zur Champions League.
Sooft ich bisher auch in der Main-Metropole war (Eintracht 2012, Offenbach 2013, FSV 2013) hatte ich es bisher irgendwie nie in das historische Zentrum geschafft komischerweise. Dies war ein großer Fehler. Mag auch das Bahnhofsviertel weiterhin nicht zu den einladensten Straßenzügen Deutschlands zählen, das Gebiet rund um den Römer (das Rathaus), den Kaiserdom und die alte Oper sind es durchaus.
Besonders beeindruckend ist dabei immer wieder die Verbindung von – scheinbar – historischem Bestand und moderner Bürohausarchitektur einer europäischen Finanzmetropole. Damit erinnert Frankfurt mit seinem Straßenbild vor allem an London. „Scheinbar“ allerdings deshalb, weil ein Großteil der historisch wirkenden Häuser Rekonstruktionen nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs sind.















Seit 2020 existiert eine Frauen-Abteilung von Eintracht Frankfurt. Dafür wurden mit dem 1. FFC Frankfurt die Rekordmeisterinnen (mit sieben Titeln gleichauf mit VfL Wolfsburg) des deutschen Frauenfußballs übernommen. Diese hatten seit 1998 existiert und waren ihrerseits aus der SG Praunheim hervorgegangen, die seit der Gründung der Frauen-Bundesliga 1990 an allen Saisonen teilgenommen hatten. Das in Frankfurt-Rödelheim gelegene Stadion diente auch schon zu FFC-Zeiten als Heimstätte, ist seit 1940 in Betrieb und hat ein Fassungsvermögen von 5.750 Zuschauern.
Vor dem Anpfiff des heutigen letzten Heimspiels der Frauen-Bundesliga-Saison werden gleich sechs Spielerinnen aus dem Team verabschiedet. Neben Shekiera Martinez, Johanna Brengel, Cara Bösl, Hannah Johann auch die beiden Österreicherinnen Virginia Kirchberger und Verena Hanshaw, die nach sechs Jahren in Frankfurt zu AS Roma wechselt. Die Ehrung vor dem Anstoß ist vor allem bei Letzterer extrem rührend: Die Stimme der Moderatorin bricht bei der kurzen Laudatio und auf beiden Seiten fließen Tränen. Szenen, die sich dann auch bei der Auswechslung in den Schlussminuten (siehe Video 3) noch einmal wiederholen.
Die mit dem Sieg erreichte Qualifikation für die Champions League ist heute nur kurz in Gefahr. Bereits in der sechsten Minute überraschen die Freiburgerinnen die Gastgeberinnen mit einem Freistoßtrick und liegen überraschend in Führung. Danach setzt sich aber die Klasse der Adlerinnen zusehends durch, der Sieg ist ihnen nicht mehr zu nehmen. Selbst der späte Anschlusstreffer zum 2:4 kann der dann bereits allgemein herrschenden Feierlaune keinen Abbruch mehr tun.
Die Stimmung im Stadion ist durchgehend gut, wenn auch nicht immer von allzu großer Lautstärke. Gesungen werden Klassiker der SGE-Fanszene und auch eigene Kreationen für die Frauenabteilung. Für ein eher skurriles Highlight sorgt unter den rund 20 bis 30 mitgereisten Auswärtsfans ein SC-Anhänger am Megaphon, der vor allem in der ersten Halbzeit den Alleinunterhalter im Auswärtsblock gibt.



















