Bruchwegstadion, 750 Zuschauer
Drei Ligen rauf und in ein altes, legendäres Stadion ging es dann am Samstag in Mainz. Durch eine zeitversetzt stattfindende Bundesligapartie war der Andrang zudem auch durchaus groß.
Mainz mit seinen knapp 220.000 Einwohnern ist die Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz und geht auf eine Gründung der Römer zurück. Neben zahlreichen historischen Repräsentationsbauten gibt es hier daher auch einige Ausgrabungsstätten zu besichtigen. Darunter etwa auch den einzigen bekannten bzw. erhaltenen Isis-Tempel Deutschlands. Eine politische Besonderheit bieten zudem die ehemaligen Stadtteile von Mainz, die sich rechts des Rheins befinden. Aufgrund der Aufteilung der Besatzungszonen nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese nämlich dem immerhin rund zehn Kilometer entferntem Wiesbaden (hessische Landeshauptstadt) zugeschlagen – und dies sind sie bis heute, obwohl sie nur durch eine Brücke von Mainz getrennt sind.








Der alten Heimstätte des FSV Mainz habe ich bereits vor knapp dreizehn Jahren einen Besuch abgestattet, das Spiel der Kampfmannschaft dann aber in der neuen Arena verfolgt. Erst kurz davor waren die Rot-Weißen übersiedelt und hatten damit ihr für die besonders dichte Atmosphäre bekanntes Stadion, in dem an dieser Stelle seit 1929 Fußball gespielt wird, aufgegeben. Seit dem Auszug spielen allerdings die Amateure ihre Heimspiele hier, diese Chance kann ich nun doch einmal nutzen. Noch dazu kommen mit den Kickers Offenbach, die ich vor elf Jahren noch eine Liga höher besucht hatte, zu diesem Duell der beiden Mannschaften aus dem Regionalliga-Mittelfeld.
Zusätzlich hat heute auch die Kampfmannschaft der Mainzer ihr letztes Heimspiel der Saison, in dem es gegen Borussia Dortmund um nicht viel weniger als den Abstieg aus der Bundesliga geht. Neben vielen Heimfans nehmen daher auch noch etliche Schwarz-Gelbe die Gelegenheit wahr, den Nachmittag bereits mit einem Spiel einzuläuten. Das seit 2011 um eine Hintertortribüne ärmer gewordene Stadion ist dadurch heute zumindest zu zehn Prozent seines momentanen Fassungsvermögens gefüllt. Recht viel mehr hätten heute wohl auch nicht kommen können, denn das Kassenpersonal ist selbst mit dieser Zuschaueranzahl dezent überfordert. In beiden Sektoren kommen zahlreiche Menschen erst weit nach Anpfiff auf ihre Plätze.
Von den heimischen Fans kommt allerdings nur ganz selten Support, was bei einer U23-Mannschaft durchaus auch verständlich ist. Anders hingegen die rund 200-250 Offenbacher, die ihren ganzen Stolz trotz sehr bald erkennbarer Niederlage bis zur letzten Minute unterstützen.



















