Rosenaustadion, 180 Zuschauer
In Bayern ist bekanntlich bereits im September Oktober – zumindest wenn man dem danach benannten Fest in München Glauben schenken darf. Die unheilvollen Vorzeichen dafür erscheinen heute schon früh: Im Railjet gen Deutschland ist das normale Service gestrichen, dafür bieten ein Dirndl und eine Lederhose laufend „Oktoberfest-Frühstück“ an, also Bretzel und Bier. Wenigstens bereitet das gedanklich hinreichend auf den Spießrutenlauf durch den Trachten-Overload am Münchner Hauptbahnhof vor.
Warum ich den letzten Besuch in Augsburg vor über zehn Jahren nicht sonderlich gut in Erinnerung habe, kann ich nach dem heutigen Aufenthalt nicht mehr ganz nachvollziehen. Denn für eine bayrische Stadt ist sie sogar recht ansehnlich – trotz de facto Dauerregen. Vor allem der Dom beeindruckt sowohl von außen wie auch innen.








Bis zum Ende der Saison 2008/09 trug die erste Mannschaft des FC Augsburg ihre Spiele im Rosenaustadion aus. Seitdem wird die 1951 eröffnete Oldschool-Arena nur mehr von den Amateuren verwendet. Mit einem Fassungsvermögen von 28.000 Zuschauern ist es noch immer das zweitgrößte Stadion der Stadt. An allen Ecken und Enden erinnert es an die „guten alten Zeiten“ des Fußballs, als er noch kein Hochglanzprodukt für Bestbietende war und Stehplätze noch die Kurven dominierten.
Die Gastgeber zerlegen heute den Tabellendritten der Regionalliga Bayern bereits in der ersten Halbzeit nach allen Künsten. Immer wieder enteilen die jungen Augsburger ihren Bewachern und schließen fünf Mal souverän ab. Die Mitarbeiter an der manuellen Anzeigentafel haben also einiges zu tun. Wesentlich beruhlicher wird hingegen der zweite Durchgang: Aubstadt tritt nun geordneter auf, die Augsburger spielen nicht mehr derart konzentriert. Eine Ergebniskorrektur gelingt den Gästen allerdings nicht mehr.
















