TJ Slovan Bzenec – FC Strani 0:4

Stadion Bzenec, 421 Zuschauer

Die Kleinstadt Bzenec (Deutsch: Bisenz) zählt heute etwas über 4.500 Einwohner:innen und liegt idyllisch an sie umgebenden Weinbergen. Sonderlich viel los ist in dem Ort – noch dazu an einem Karfreitag – nicht, zwei Besonderheiten sind aber immerhin von historischem Interesse.

Einerseits siedelte hier eine der ältesten jüdische Gemeinden Mährens, deren Ghetto lässt sich zumindest ab dem 16. Jahrhundert nachweisen. Vermutlich reichen die Ursprünge aber bis ins 14. Jahrhundert zurück. Lange war die jüdische Gemeinde hier eine der größten der Region (teils ein Viertel der Stadtbevölkerung) – ihre Mitglieder wurden aber durch die Nazis de facto vollständig ermordet. Laut historischen Untersuchungen haben höchstens vier Personen aus Bzenec die Vernichtungslager überlebt. Die städtische Synagoge wurde 1960 nach längeren Diskussionen über die Nachnutzung abgerissen.

Einem Sohn des hessischen Kurfürsten Wilhelm II. verdankt Bzenec ein kleines Schlösschen im Tudorstil. Dieses wurde zwischen 1853 und 1855 auf den Mauern seiner Vorgängerbauten errichtet. Besondere Freude machte es seinem Besitzer allerdings nicht, trieb ihn der Bau doch in den finanziellen Ruin. 1866 verübte er Selbstmord. Derzeit wird das Schloss renoviert, nachdem allem Anschein nach zuvor bereits länger nicht mehr in das Gebäude investiert worden war. Auf dem Gelände des Parks befindet sich zudem auch noch eine (angeblich) 900 Jahre alte Linde.

Slovan Bzenec wurde 1928 offiziell gegründet, nachdem es zuvor bereits mehrere Vorläufervereine, unter anderem auch einen jüdischen, in der Stadt gegeben hatte. Zu mehr als regionalen Erfolgen reichte es für den Verein in seiner fast 100-jährigen Geschichte nicht. Momentan spielt Slovan in der vierthöchsten Liga des Landes.

Das sehr klare Ergebnis für Strani täuscht hier. Über weite Strecken ist die Partie zäh und zerfahren, wenn auch die von einem kleinen Ultra-Block mit Durchschnittsalter 10 angefeuerten Gäste immer leicht überlegen sind. Erst durch einen Elfmeter kurz vor der Pause gelingt die Führung, die weiteren drei Treffer fallen bereits gegen Ende des Spiels.

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