Calcio Padova – AC Monza 1:2

Stadio Euganeo, 7.134 Zuschauer

Eine Venedig in Schönheit und Prunk nicht sonderlich viel nachstehende Stadt und ein an Hässlichkeit kaum zu überbietendes Stadion stand am Sonntag bei weiter strahlendem Sonnenschein auf dem Programm. Dazu mussten nur rund 15 Zugminuten gen Westen zurückgelegt werden.

Padua ist eine der ältesten Städte Italiens und wurde der Legende nach 1184 vor unserer Zeitrechnung von dem Trojaner Antenor gegründet. Die erste historisch belegte Erwähnung geht allerdings „nur“ auf das Jahr 302 vor unserer Zeitrechnung zurück. Während der Völkerwanderung wurde die einst prosperierende und selbstsichere Stadt fast vollkommen zerstört und brauchte danach sehr lang, um wieder an Bedeutung zu gewinnen. 1222 wurde in Padua die drittälteste Universität des späteren Italien gegründet. Ab dem 15. Jahrhundert stand es für fast 300 Jahre unter venezianischer Herrschaft.

Calcio Padova wurde 1910 in den noch heute getragenen Farben Rot-Weiß gegründet. Wirklich große Erfolge kann der Klub nicht vorweisen. Der dritte Platz in der Serie A 1958 und das Cupfinale 1967 zeigen schon ungefähr an, wann der Verein zuletzt soetwas ähnliches wie „Höhenflüge“ hatte. 1995/96 war Padova zuletzt erstklassig, nachdem zwei Jahre zuvor der erste Aufstieg seit 33 Jahren geglückt war. 2014/15 musste überhaupt ein kompletter Neuanfang in der Serie D gemacht werden. Immerhin ist mittlerweile die Rückkehr in die zweite Liga wieder gelungen.

Sowohl die heimischen wie auch die Anhänger:innen des Auswärtsteams haben es heute wirklich schwer, in einer Bruchbude von Stadion für Stimmung zu sorgen. Beide leisten hier aber wirklich einen guten Job. Wobei die Fans aus Padova zumindest noch den Vorteil haben, dass sie ein Dach über ihren Köpfen haben und damit der Hall wohl bedeutend verstärkt wird.

Besonders irritierend am Stadion wirkt – neben den bunkerhaften, an den Atlantikwall erinnernden Anbauten im Außenbereich – der offenbar ernst gemeinte Versuch einer Modernisierung mit einer Hintertortribüne, fancy mit Holzdach. Diese passt aber weder in das gesamte Stadionensemble, noch dazu wird sie rund jeweils 1.000 Plätzen auf den Geraden für immer die Sicht versperren. Wer auch immer sich dabei jemals etwas gedacht hat: Sonderlich viel kann dies nicht gewesen sein.

Das Match startet durchaus munter, mit zu Beginn eindeutigen Vorteilen für die Gäste aus Monza. Dennoch gelingt Padua das erste Tor, auch wenn sie dafür einen zugesprochenen Elfmeter benötigen. Kurz vor der Pause trifft Monza quasi aus dem Nichts, unverdient ist der Ausgleich allerdings nicht. Dies zeigt sich dann auch vor allem in Hälfte 2, als die Gäste das Spiel quasi nach Belieben dominieren. Ein vermeintliches Tor für Padua wird nach VAR-Check annulliert, danach trifft das Auswärtsteam zum – insgesamt – völlig verdienten Sieg.

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