Empoli FC – Palermo FC 1:3

Stadio Carlo Castellani – Computer Gross Arena, ca. 7.000 Zuschauer

Endlich einmal zu Weihnachten in Italiens Weihnachtsstadt Empoli sein. Was nach keinem Bubentraum klingt, wurde für mich nun endlich Wirklichkeit. Gegrüßt vom Riesen-Santa auf dem Schaukelpferd, beseelt von stundenlanger Dauerbeschallung mit den diversen Xmas-Hits der letzten 40 Jahre und beglückt von Glitzerblitzer in allen Straßen, vergesse ich beinahe, dass der eigentliche Grund für den Besuch ein Fußballspiel ist.

Empoli ist abseits des wirklichen oder erdachten Weihnachtsepizentrums in Italien eine eher unbedeutende Stadt zwischen Florenz und Pisa. Wirtschaftlich dominiert die Möbel- und Lebensmittelindustrie, das kleine aber feine Zentrum ist durchaus für ein paar Stunden angenehmes Herumschlendern geeignet.

Empoli FC wurde 1920 gegründet und war lange eher in den unteren Ligen Italiens zu finden. Für die Saison 1987/88 gelang erstmals der Aufstieg in die Serie A. Seitdem hat der Verein immer wieder mal kurz an die Erstklassigkeit angeklopft, ist aber grundsätzlich eine klassische Fahrstuhlmannschaft. Die Heimspiele werden im – mit einem Sponsornamen verunstalteten – Stadio Carlo Castellani ausgetragen. Dieser war Ex-Spieler von Empoli und AS Livorno und wurde 1944 im KZ Gusen, einem Außenlager des KZ Mauthausen, ermordet.

Auf dem Spielfeld und auch auf den Rängen gibt heute eindeutig der rosa-schwarze Verein von der Mittelmeerinsel Sizilien den Ton an. Ihr auffälligstes Maskottchen ist übrigens Trainer Filippo Inzaghi, der selbst nach sehr komfortabler Führung noch auf wütenste Art und Weise Anweisungen an seine Spieler ins Feld ruft, und keine Sekunde still auf einer Stelle stehen bleiben kann. Unter ihm zu arbeiten muss wirklich eine helle Freude sein.

Hinterlasse einen Kommentar