Ceres Park Vejlby, 8.593 Zuschauer
Ganz Aarhus träumt, ist bereits Ende Oktober in spürbarer Vorfreude. Endlich, nach 30 Jahren schickt sich eine Fußballmannschaft der Stadt wieder an, einen größeren Titel zu holen. Und diesmal könnte es im Gegensatz zu damals sogar nicht „nur“ der Pokalsieg sondern gleich die Meisterschaft sein – da liegt die letzte mit 40 Jahren sogar noch länger zurück. Doch noch ist höchstens die halbe Miete eingefahren.
Nach 13 Runden führt die städtische „Gymnastikforening“ immerhin noch die Tabelle an, hat bereits einige wichtige Spiele gewonnen, unter anderem auch gegen den sonstigen Platzhirschen FC Kopenhagen. Allzuoft konnte man sich über solche Zwischenstände in den letzten Jahrzehnten in der zweitgrößten Stadt Dänemarks nicht freuen.
Ein anderes Projekt nimmt dagegen schon deutlich konkretere Formen an: Derzeit wird das eigentliche Heimstadion einem Totalumbau unterzogen, weshalb in der Spielstätte des Drittligisten VSK gekickt wird. Zwei Jahre nach meinem letzten Besuch macht eine Wiederkehr daher sogar doppelt Sinn.
So erlebe ich bei diesem Spiel sehr, sehr viele Fans in sehr ausgelassener Stimmung, auch wenn es heut ein hartes Stück Arbeit war. Aarhus zeigt sehr attraktiven Fußball, bemüht sich, selbst schwierige Situationen spielerisch zu lösen. Das Abwehrbollwerk von Nordsjaelland macht es ihnen aber schwer, erst recht nachdem die Gäste mit einer Roten Karte dezimiert wurden. So steuert alles auf einen Treffer in letzter Minute zu, der doch noch die drei Punkte sichert.
Nachdem AGF ab der 80. alles nach vorne geworfen hat, die Fans schon sichtlich entnervt von den Abwehrkünsten des gegnerischen Torhüters sind, gelingt das Tor dann doch noch. Menschen liegen sich in den Armen, sind sichtlich bereit weiter zu träumen. Und verlassen freudestrahlend das Stadion hinaus in die Kühle der herbstlichen Nacht.



















