NK Dugopolje – NK Opatija 1:4

Stadion Hrvatski vitezovi, 100 Zuschauer

Würde hier Winnetou um die Ecke kommen, es wäre weniger verwunderlich als so ein absurder Riesenbau von Stadion, den wir für die erste Partie des Tages quasi in der Pampa besuchen. Das Hinterland von Split hat aber genau das zu bieten, nämlich in Dugopolje, mitten in der Kalksteinlandschaft von Dalmatien.

Das Dorf mit rund 3.700 Einwohner:innen liegt rund 10 Kilometer von Split entfernt. Grundsätzlich vor allem von Landwirtschaft geprägt, haben sich dort aufgrund der billigeren Grundstückspreise mittlerweile viele Industriebetriebe, Outlets und einige Malls angesiedelt. Um dorthin zu gelangen muss man mit dem städtischen Bus hoch ins dinarische Gebirge, das sich gleich hinter dem Meer erhebt. Im Gegensatz zu unserem Startpunkt im Zentrum geht hier auch durchaus beträchtlicher Wind, der es im Schatten trotz strahlendem Sonnenschein durchaus kalt werden lässt.

NK Dugopolje wurde 1952 unter dem Namen NK Proleter gegründet und 1990 umbenannt. Derzeit spielt der Verein in der zweiten kroatischen Liga. Zu unserem großen Erstaunen findet das Match bei freiem Eintritt statt. Wenn dem schon länger so ist, würde sich zumindest erklären, warum ausgerechnet vor die Fenster der Ticketschalter relativ frisch ausschauende Sitzbänke hinbetoniert wurden.

Ansonsten ist das Stadion eben ein ziemliches Faszinosum: Trotz seiner gar nicht mal so großen Kapazität kommt es von außen massiv wuchtig daher, vor allem auch, weil die Haupttribüne ziemlich steil in die Höhe ragt, und die beiden Hintertortribünen nur aus Wänden bestehen. Direkt anschließend an die kleinere Gegentribüne ist auch noch ein ziemlich großer Anbau, der offenbar auch eine Indoor-Halle und andere Sporträumlichkeiten beherbergen sollte. Nur wurde dieser nie fertiggestellt und verrottet nun schon sehr offensichtlich einige Jahre vor sich hin.

Im Spiel verhalten sich die Gäste aus Opatija äußerst clever, indem sie unauffällig aber durchaus konsequent agieren. Während Dugopolje viel Energie in seine verzweifelten Versuche, einmal gefährlich vor das gegnerische Tor zu kommen, investiert, beschränken sich die Gegner auf wenige, dafür aber immer gefährliche Vorstöße. Dazu kommen dann zusehends tollpatschige Abwehrversuche des Heimteams, das Opatjia mindestens zwei Treffer zu leichtfertig schenkt. Zudem schwächt sich Dugopolje mit einer Roten Karte wegen brutalem Einsteigen auch noch selbst, wodurch mit Abpfiff sogar eine ziemlich hohe Abreibung eingesteckt werden muss.

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