FV Bad Vilbel – SpVgg Oberrad 4:0

Nidda-Sportfeld, ca. 50 Zuschauer

Das kleinste Spiel der Tour am Anfang, so kann man nie enttäuscht werden. Zumindest lautete so der Plan für die nächsten Tage, bevor ich mich in die Vorstädte Frankfurts wagte.

Bad Vilbel grenzt an den nördlichen Stadtrand der hessischen Finanzmetropole an und hat rund 30.000 Einwohner. Überregional bekannt ist es vor allem für seine Mineralquellen (seit 1948 daher auch das vorangestellte „Bad“ im Namen). Diese wurden hier bereits seit der Römerzeit genutzt, wie ein bei Gleisarbeiten gefundenes Mosaik aus einem ehemaligen Thermalbad beweist. Das Original befindet sich heute im Landesmuseum Darmstadt, eine Nachstellung wird weiterhin im Kurpark des Städtchens gezeigt. Sehr begehrt sind auch die jährlich stattfindenden Festspiele auf der mitten im Zentrum liegenden Wasserburg. Eine Besichtigung ebendieser ist aufgrund von Aufbauarbeiten nicht möglich.

Zum lokalen Fußballverein gibt es nicht sonderlich viel zu sagen. Der nach dem Zweiten Weltkrieg gegründete FV geht auf die beiden Vorgängervereine SV (1919) und FC Phönix (1920) zurück. Ersterer wurde 1933 verboten, über die genauen Hintergründe schweigt aber die im Internet auffindbare Vereinschronik. Seit 1954 spielt der Klub auf dem Nidda-Sportfeld, das seinen Namen vom kleinen Flüsschen, an dem es so wie die Stadt liegt, bekommen hat. Momentan ist der FV in der siebtklassigen Gruppenliga angesiedelt, rund um die Jahrtausendwende war man auch mal in der fünftklassigen überregionalen Hessenliga.

Größere Umbauarbeiten im Umfeld des Sportareals und auch ein vor dem abendlichen Hauptspiel stattfindendes Jugendmatch verwirren mich derart, dass ich mich zu Anpfiff noch auf dem falschen Platz – der dem eigentlichen aber auch wirklich zum Verwechseln ähnlich sieht – befinde (erste beiden Bilder). Erst als sich um 20 Uhr noch immer nichts tut, bemerke ich den Fehler und wechsle die Spielstätte. Zu diesem Zeitpunkt ist das 1:0 dann auch schon gefallen – in einem, wie sich herausstellen sollte, sehr einseitigen Match. Zu keinem Zeitpunkt ist der Sieg der ganz in Grün spielenden Hausherren gefährdet.

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