Professor-Reinmüller-Platz, ca. 120 Zuschauer
Eine komplette Nord-Bereisung (ab Hauptbahnhof) der Hamburger U2 unternehme ich am Tag des Herrn. Bevor es ganz nach Niendorf geht, wird allerdings noch ein Zwischenstopp in Eimsbüttel zur Andacht der runden Wunderwuchtel eingelegt. Gott will es.
Der fußballerisch wenig erfolgreiche Samstag entschädigte immerhin mit einem relativ dichten Sightseeing-Programm am Abend. Den Auftakt machte eine rund einstündige Bootsrundfahrt durch den Hamburger Hafen, dem drittgrößten Europas.





Der Hamburg-Eimsbütteler Ballspiel-Club (HEBC) wurde 1911 gegründet und spielt traditionell in violett-weiß. Die Heimstätte des Vereins, der Professor-Reinmüller-Platz, mag heute etwas unscheinbar wirken, hat aber in seiner Geschichte durchaus große Kracher erlebt. 1953 spielte der HEBC hier vor ausverkauftem Haus (heißt: über 5.000 Zuschauer) im DFB-Pokal gegen Werder Bremen.
Auch in seinen Zweitligajahren von 1957 bis 1960 verfolgten den Klub immer wieder mehrere tausend Zuschauer. Lange Zeit spielte der Verein auf einem roten Ascheplatz, was angeblich so manchem Gegner – neben der traditionell frühen Anpfiffzeit am Sonntag – ziemlich zusetzte. Mitte der 2010er-Jahre wurde aber auf Kunstrasen gewechselt. Heute ist der Sportplatz weiterhin für etwa 1.400 Zuschauer zugelassen. Als einer der bekanntesten Spieler, der je das lila Trikot überstreifte, gilt Thomas Wolter, der dann von 1984-98 in der Stammformation von Werder Bremen einen Platz hatte.
Heute legt eher Concordia den aufgeweckteren Start hin und wirkt über weite Strecken der ersten Halbzeit als kompaktere Mannschaft. Völlig verdient gehen sie daher auch mit einer Führung in die Pause, obwohl die „Veilchen“ im Lauf des Spiels immer stärker werden. Für die Mühen belohnen sich die Eimsbütteler erst sehr spät, dann aber gleich dreifach. Die Gäste können am Ende froh über den Abpfiff sein, denn sie drohen mit jedem Tor mehr auseinanderzufallen.

















