Racing FC Union Luxembourg – FC Differdange 1:3

Stade Achille Hammerel, ca. 300 Zuschauer

„Sweet dreams are made of this – who am I to disagree“, dachte unser Busfahrer nach Luxemburg wohl noch, als er von hektischem Klopfen an die Scheiben aufgeweckt wurde. Die Anzeigetafel war da schon auf den folgenden Bus zwei Stunden später umgestellt worden, und wir noch immer nicht gestartet bzw. überhaupt mal eingestiegen. Ein vertrauenserweckender Start in den Sonntag…

Mit knapp 130.000 Einwohnern leben in Luxemburg Stadt fast 20 Prozent der Gesamtbevölkerung des gleichnamigen Großherzogtums. Rund 70 Prozent wiederum sind ausländischer Staatsangehörigkeit. Gefühlt null Prozent sind allerdings an einem Sonntag auf den teils sehr ausladenden Prachtstraßen der Stadt unterwegs, Luxemburg wirkt über weite Strecken de facto ausgestorben – nimmt man einmal die Touristen direkt im Stadtzentrum aus. Erst in den Einkaufszentren und -meilen mischen sich offensichtlich auch wieder Einheimische unter das Publikum.

Der Racing Foussball Club Union Lëtzebuerg wurde 2005 als Zusammenschluss der drei Traditionsvereine Union, CA Spora und CS Alliance (ehemals FC Aris Bonneweg) gegründet. Rechnet man nur die Titel seit diesem Datum, so stehen momentan zwei Cupsiege (2018 und 2022) zu Buche. Werden auch noch die Vorgängervereine berücksichtigt, so stehen immerhin 28 Meister- und 22 Cuptitel in den Vitrinen.

Zieht man die heutige Leistung in Betracht, so wird der Verein wohl nicht so schnell an die alten Glanzzeiten anschließen können. In der ersten Halbzeit dominiert die Mannschaft aus Differdingen das Spiel nach Belieben, führt bereits früh mit zwei Toren Vorsprung und zu Null. Der Leistungsunterschied ist derart eklatant, dass die Gäste danach auf reines Verwalten umschalten.

Fast wird dies bestraft, weil die langsam doch in die Gänge kommenden Gastgeber in Hälfte zwei nach mehreren vergeblichen Versuchen doch noch den Anschlusstreffer erzielen. Zu diesem Zeitpunkt ist das Spiel allerdings bereits in eine teils absurd anmutende Härteorgie gekippt, in der mehr gelegen und auch medizinisch behandelt wird als gespielt. Insofern ist es auch erstaunlich, dass nur ein Spieler – nämlich von Racing – mit Gelb-Rot vom Platz muss. Statt also noch auf den Ausgleich drücken zu können, bekommen die Himmelblauen kurz vor Abpfiff auch noch das 1:3 eingeschenkt. Über das gesamte Spiel gesehen auch durchaus verdient.

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