U21: Italien – Frankreich 1:2

Cluj Arena, 11.286 Zuschauer

Auch nach Sonnenuntergang ging es hier dann weiter, selbst wenn dafür der Standort gewechselt werden musste. Das vermeintliche Schlagerspiel dieser U21-Gruppe zog deutlich mehr Zuschauer an, aber auch Millionen von Insekten und einige hungrige Möwen.

Die Distanz zwischen beiden Stadien legten wir bereits untertags einmal zurück, und wirkt auf der Karte gar nicht so weit. Jedoch liegt ein nicht zu unterschätzender Hügel dazwischen, der immerhin eine gute Aussicht auf die Altstadt gewährt. Die modernere Arena von Cluj liegt dann am Ausläufer eines schön angelegten Stadtparks, der vor allem in der Hitze des Tages gute Abkühlungsdienste leistete und in dem Flamingo-Tretboote bei der Arbeit bewundert werden konnten.

Mit Universitatea ist in diesem Stadion für knapp über 30.000 Menschen der zweite Verein der Stadt untergebracht. Er wurde 1919 von Studenten gegründet und wird traditionell „Rotmützen“ gerufen. An Erfolgen ist lediglich ein Pokalsieg 1965 aufzuweisen, immerhin ist man momentan aber wieder in der höchsten Spielklasse des Landes vertreten.

Der höhere Andrang zu diesem Spiel ist schon zu merken, als wir rund eine halbe Stunde vor Anpfiff an den äußeren Toren ankommen. Die langen Schlangen vor den „Gates“ sind allerdings vor allem auch darauf zurückzuführen, dass die OrdnerInnen etwas überfordert wirken. Bald wird hier nur mehr auf kurzes Abtasten und dann Durchwinken umgestellt.

In manchen Winkeln der Arena sind auch deklarierte Anhänger von „Les Bleus“ auszumachen, der Rest besteht aber offenbar aus Neutralen. Diese entscheiden sich auch über die gesamten 90 Minuten nicht wirklich für eine der beiden Mannschaften, sondern jubeln und leiden mit dem Spielverlauf mit. Eine abwechslungsreiche erste Halbzeit bringt je ein Tor auf beiden Seiten, was von den Rängen durchaus mit Wohlwollen goutiert wird. Die zweite Hälfte sieht lange nach einem klassischen Halten des Ergebnisses aus, bis ein kapitaler Abwehrfehler der Italiener den Franzosen doch noch das 2:1 ermöglicht. Die erst spät einsetzende Schlussoffensive bringt außer dem aberkannten vermeintlichen Ausgleich nichts mehr ein.

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